Aah Musik. Ein Zauber, der alles in den Schatten stellt, was wir hier treiben
Albus Dumbledore in Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)
Musiktherapie
Es war ein Aha-Moment wie aus dem Bilderbuch: Ich saß in der Mailänder U-Bahn, als ich auf einer Werbeanzeige zum ersten Mal bewusst das Wort Musiktherapie wahrnahm. Sofort wusste ich: „Das ist mein Beruf, das will ich machen!“ Auch als ich wenig später an einem ersten Kurs über Musiktherapie teilnahm, hatte ich von Anfang an das Gefühl, endlich gefunden zu haben, wonach ich immer gesucht hatte.
Vielleicht ist es das Gefühl, dass Musik mir selbst so guttut, das in mir den Wunsch wachsen ließ, auch anderen Menschen mit Musik Gutes zu tun. Denn im Grunde geht es in der Musiktherapie darum: Musik und Klänge werden eingesetzt, um das Wohlbefinden zu fördern, Beziehungen aufzubauen, Kommunikation über das gesprochene Wort hinaus anzuregen und nicht zuletzt, um gemeinsam Freude zu erleben und Gemeinschaft zu erfahren.
In meiner langjährigen Berufserfahrung als Musiktherapeutin erlebe ich es immer wieder aufs Neue als bereichernd, beglückend und ja, auch ein wenig magisch – um noch einmal auf Albus Dumbledore zurückzukommen –, wie Musik Menschen erreichen kann, gerade dann, wenn Worte sie nicht oder nicht mehr erreichen. Aber auch dort, wo Sprache möglich ist, kann Musik einen unmittelbaren Ausdruck von Gefühlen ermöglichen, der oft authentischer, direkter und leichter gelingt als mit Worten. Wenn jemand zarte Töne spielt oder singt, wenn jemand kräftig auf die Pauke haut, wird die Frage „Wie fühlst du dich?“ beinahe überflüssig. Wir haben es ja gerade gehört.
Denken wir nur an die vielen Redensarten aus der Musik, mit denen wir ganz unterschiedliche Situationen und Bereiche des Lebens beschreiben: „mit Pauken und Trompeten“, „das ist Musik in meinen Ohren“, „ich kann auch andere Saiten aufziehen“ oder „sie spielt immer die erste Geige und alle tanzen nach ihrer Pfeife“.
Während meiner Zeit in Italien habe ich als Musiktherapeutin vorwiegend mit Erwachsenen im Autismus-Spektrum gearbeitet, aber auch mit Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen. Eine besondere Erfahrung war zudem meine Arbeit im Mailänder Gefängnis San Vittore mit inhaftierten Männern, bei denen eine psychische Erkrankung diagnostiziert worden war.
In Deutschland arbeite ich vorwiegend mit Menschen mit Demenz sowie mit Menschen in ihrer letzten Lebensphase. In beiden Bereichen habe ich zusätzliche Qualifikationen erworben: die Weiterbildung „Musiktherapie für Menschen mit Demenz“ am Freien Musikzentrum München und die Weiterbildung „Musiktherapie im palliativen Kontext“ an der Universität der Künste Berlin.
Darüber hinaus stehe ich Einrichtungen gerne für Workshops und Fortbildungen zu musiktherapeutischen Themen zur Verfügung. Sprechen Sie mich bei Interesse gerne an.